Samstag, 24. Juni 2000, 19:30 Uhr, Sporthalle Pfaffenroth
Sonntag, 25. Juni 2000, 19:30 Uhr, Sporthalle Pfaffenroth
Samstag, 15. Juli 2000, 21:30 Uhr, Musikzirkus - Alumni - Unifest - altes Stadion
Sonntag, 16. Juli 2000, 10:30 Uhr, Klassikfrühstück - Günther-Klotz-Anlage
Sonntag, 16. Juli 2000, 21:30 Uhr, Musikzirkus - Alumni - Unifest - altes Stadion
Carl Orff
1895
10. Juli: Carl Orff wird in München als Sohn eines Offiziers geboren.
1900
Orff erhält Unterricht für Klavier, Orgel und Cello.
1911
Orff schreibt rund 50 Lieder zu Texten von Heinrich Heine, Friedrich Hölderlin und anderen Klassikern.
1912
Komposition des ersten größeren Chorwerkes nach Friedrich Nietzsches "Also sprach Zarathustra".
1913
Nach einer japanischen Sage schreibt Orff die Oper "Gisei".
bis 1914
Studium an der Akademie der Tonkunst in München.
1914
Kurzfristiger Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg.
1915-1919
Kapellmeister an den Münchener Kammerspielen, am Nationaltheater Mannheim und am Landestheater Darmstadt.
1924
Mitbegründer der "Günther-Schule", die eine neue Verbindung von Bewegung und Musik anstrebt.
Leitung der Abteilung für tänzerische Musikerziehung an der "Günther-Schule".
1930-1935
Veröffentlichung seiner pädagogischen Arbeiten im musikalischen "Schulwerk für Kinder".
1935
Veröffentlichung von "Das Paradiesgärtlein", ein Ballett nach Lautensätzen des 15. Jahrhunderts.
1936
Komposition des "Kinderreigen" für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Berlin.
1937
Uraufführung der Bühnenkomposition "Carmina burana" in Frankfurt/Main. Die Texte dieser weltlichen Gesänge für Soli und Chor mit Begleitung von Instrumenten sind der Benediktbeurer Handschrift aus dem 13. Jahrhundert entnommen. Nach der Uraufführung zog Orff fast sein ganzes, bis dahin entstandenes Werk zurück: "Carmina burana" sollte das "Opus 1" sein.
1939
Orffs Märchenoper "Der Mond" wird in München uraufgeführt.
1941
Uraufführung der Bühnentrilogie "Orpheus", "Klage der Ariadne" und "Tanz der Spröden" in Gera.
1943-1949
"Die Kluge" (1943), "Cartulli Carmina" (1943), "Die Bernauerin" (1947), "Antigone" (1949) werden uraufgeführt.
Orrf betont, daß seine Vertonungen antiker Tragödien keine Opern seien: "Das Wichtigste, was ich getan habe, ist - glaube ich - dies: ich habe die Musik wieder mit Sprache versöhnt und mehr noch. Musik ist für mich die `Musik' der Griechen, als Einheit von Klang, Sprache und Bewegung."
1950-1960
Leitung einer Meisterklasse für musikalische und dramatische Komposition an der staatlichen Hochschule für Musik in München.
1952
Orff verfaßt eine musikalische Untermalung von Shakespeares "Sommernachtstraum".
1955 und 1957
Auszeichnung mit dem Ehrendoktor der Universität Tübingen und der Universität München.
1956
Mitglied des Ordens "Pour le merite" für Kunst und Wissenschaft.
1959
Uraufführung des Bühnenwerkes "Ödipus, der Tyrann" in Stuttgart.
1961
Übernahme der Leitung des neugegründeten Orff-Institutes an der Akademie "Mozarteum" in Salzburg.
Orffs Weihnachtsspiel "Ludus de nato infante mirificus" wird in Stuttgart uraufgeführt.
1972
Komposition des "Gruß der Jugend" zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in München.
1982
29. März: Carl Orff stirbt im Alter von 86 Jahren in München.
(at/iz)
Carmina Burana von Carl Orff
Der 1885 in München geborene Orff setzt mit den 1935/36 entstandenen "Carmina Burana" den eigentlichen Beginn seines Schaffens an: "Alles, was ich bisher geschrieben und was Sie leider gedruckt haben, können Sie nun einstampfen! mit den "Carmina Burana" beginnen meine gesammelten Werke...". Hier ist sein Stil, nämlich die Verbindung von Sprache, Tanz und Musik unter Hinzuziehung des Orff-Instrumentariums (Schlagzeug) als Erweiterung des Orchesters, erstmals voll ausgeprägt. Diese Elemente würden schon 1924 durch die Gründung einer Schule für Gymnastik, Tanz und Musik mit Dorothee Günther manifestiert und in Orffs "Schulwerk" (1930-35) niedergelegt.
Die "Carmina Burana" sind der erste Teil einer Trilogie ("Catulli Carmina" 1943 und "Trionfo di Afrodite" 195 1). Neben der konzertanten schuf Orff eine Fassung mit reduziertem Instrumentarium (2 Klaviere, Pauken und Schlagzeug) sowie eine weitere mit Bühnenbild und Ballett (szenisch). Die Texte stellen eine Auswahl an mittellateinischen und mittelhochdeutschen Dichtungen aus der Benediktbeurer Handschrift ("Codex Buranus") des 13. Jahrhunderts dar, der größten überlieferten Sammlung mittelalterlicher Lyrik. Orff bringt die Texte ohne festen Handlungsablauf als Folge von Bildern in eine sinnvolle Reihung und erreicht so in seiner Kantate ein geschlossenes Ganzes. Die drei Teile (Frühlingsreigen-, Zech- und Liebeslieder) werden von einem Chorsatz"0 Fortuna" umrahmt, einem groß angelegten Stück über das Schicksalsrad der Fortuna. Variierend und mit wechselnder Dynamik reihen sich die Wechselfälle des Lebens. Teil 1 (Primo vere / Uf dem Anger) enthält vorwiegend Chorpartien (Wiedererwachen der Natur, Begrüßung des Frühlings) sowie instrumentale Reigentänze. Teil II (In Taberna) bleibt den Männerstimmen vorbehalten (Solo und Chor). Als karikierendes Stück fällt besonders "Olim lacus colueram", das Lied des gebratenen Schwans: In ein sparsames instrumentales Gitter (Fagott in Hochlage, Piccolo-Flöte, Trompeten und Bratschen) setzt der falsettierende Tenor eine klagende Kantilene. Der III. Teil (Cour d'Amour/ Blanziflor et Helena) setzt durch die Transparenz seiner Bilder einen scharfen Kontrast. Zart und leise figurieren in "Amor volat undique" Solosopran und Knabenchor eine Miniaturszene. In "Circa mea pectora" wird lateinischer Text (Solostimme) mit mittelhochdeutschem Text (pregnanter Chor-Refrain) kombiniert. "Veni, Veni, Venias", das einzige nicht strophische Lied der Carmina, nimmt in seiner Klangtechnik die Eigenart der "Catulli Carmina" vorweg, indem ein Doppelchor quasi a-capella über eine Grundierung von 2 Klavieren und Schlagwerk schwebt. Mit der Wiederholung des Anfangsstückes "0 Fortuna" schließt sich der Kreis der Bilder gleich dem rollenden Rad des Glücks.
Die auffallende, das ganze Werk durchziehende Einfachheit in Harmonik und Tonsatz steht in starkem Kontrast zum großen Instrumentarium. "Was indessen heute als äußerliche Monumentalität, als Diskrepanz zwischen technischen Mitteln und ästhetischem Zweck erscheint, galt als angemessene Darstellungsform einer Musik, die Sprache ... durch Insistenz der rhythmischen Deklamation an ein menschliches Grundempfinden vermitteln möchte, ohne selbstständige Formansprüche zu erheben" (H. Danuser, 1984).
Beate Sturm
Ruth Eberhard
Ruth Eberhard wurde in Lörrach geboren, studierte in Karlsruhe und Dortmund Gesang und Klavier und besuchte die Liedklassen von Marga Schiml und Pick-Hieronimi.
Neben ihrer erfolgreichen Tätigkeit als Interpretin frühbarocker Musik und des gesamten klassischen Repertoires ist sie eine gefragte Solistin bei Produktionen und Aufführungen zeitgenössischer Werke und Festivals Neuer Musik.
Die Sopranistin gastierte bereits bei "A/DE-vangarde", München, Akademie Schloß Solitude/Stuttgart, "Horizonte"-Konzerte, Freiburg und Rote Fabrik, Zürich. Im Rahmen von Rundfunk-, CD- und Fernsehproduktionen arbeitete sie mit Christian Rieger, Cembalo, Musica antiqua Köln, James Avery, Ensernble SurPlus und den Komponisten Jörg Mainka, Berlin, W. v. Stürmer, New York, Roland Aley, Wilna, u.a. zusammen.
Peter Ribnitzky
Peter Ribnitzky wurde in Aalen geboren und studierte Schulmusik, Germanistik, Gesang und Opernschule in Karlsruhe und Wien. Er leitet das Carissimi-Ensemble Karlsruhe, ein Solistenensemble für alte Musik. Als Sänger gibt er Konzerte im In- und Ausland, u. a. beim "Prager Frühling" und bei den "Internationalen Dresdner Musikfestspielen", zudem wirkte er bei Rundfunk-, CD- und Fernsehaufnahmen mit. Opernengagements führten ihn u.a. nach München, Zürich, Budapest, Sofia und London.
Sein Repertoire reicht von der Renaissance bis zur Moderne. Schwerpunkte sind barocke und frühbarocke Vokalmusik unter Einbeziehung historischer Aufführungspraxis sowie Werke des 20. Jahrhunderts (u.a. Uraufführung der Oper "Julia" von Rudolf Kelterborn).
Bernhard Jaeger-Böhm
Bernhard Jaeger-Böhm, Bariton, studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe bei Prof. Erika Margraf und Prof. Aldo Baldin, außerdem in Genf und Salzburg.
Er ist Preisträger bei nationalen und internationalen Wettbewerben und tritt bei vielen Konzerten im In- und Ausland (Frankreich, Spanien, Israel, Brasilien) in Erscheinung. Gastengagements führten ihn auch an deutsche Bühnen, u.a. die Kammeroper Frankfurt und das Stadttheater Lübeck.
Bernhard Jaeger wirkte bei Schallplatten- und CD-Aufnahmen mit, u.a. Johannes Brahms "Ein Deutsches Requiem", Carl Orff "Carmina Burana" sowie Lieder von Wolf/Mörike, Eisler und Apostel.
Von 1986 bis 1994 hatte er eine Dozentur für Gesang an der Musikhochschule Karlsruhe, seit 1994 bekleidet er eine Professur für Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart.
Kinderchor der Musikschule Ettlingen
Der Kinder- und Jugendchor an der Musikschule Ettlingen wurde im Frühjahr 1996 gegründet, zunächst als Projektchor für die Aufführung des Musicals "Stadt der Tiere" von Christian Roos. Nach dem großen Erfolg der Aufführungen wurde der Chor zu einer ständigen Einrichtung an der Musikschule, wobei der Hauptinhalt der Chorarbeit weiterhin die Vorbereitung und Aufführung großer, abendfüllender Musicals, ohne Ausnahme Eigenproduktionen der Musikschule, war und ist.
Der Chor probt zur Zeit in zwei Chorgruppen, in denen Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren mitwirken. In diesem Jahr steht im Mittelpunkt der Chorarbeit - neben der Mitwirkung an Konzerten in und außerhalb der Musikschule -vor allem die Vorbereitung eines gemeinsamen Konzertes mit der Körperbehindertenschule in Langensteinbach. Für das nächste Jahr ist wieder ein großes Musicalprojekt in Planung.
Der Chor wird seit seiner Gründung von Christian Roos geleitet, der an der Musikschule Ettlingen außerdem als Lehrkraft für Klavier, Musiktheorie und Komposition tätig ist.
Collegium Musicum
Die Wurzeln des Collegium Musicum gehen auf das im Jahr 1925 gegründete "Akademische Orchester" der damaligen Technischen Hochschule zurück. In den 60er Jahren wurde es unter dem Namen "Collegium Musicum" neu gegründet, damals noch als Kammermusikensemble, das hauptsächlich aus Professorengattinnen und Hochschulangestellten bestand. Studenten wurden als sehr exotische Mitglieder betrachtet. Mit der langjährigen musikalischen Leitung durch Rainer Baum und der organisatorischen Leitung durch Dr. Alexander Voigt wurde das Orchester ab Mitte der 70er Jahre zum Sinfonieorchester ausgebaut, mit immer mehr studentischen Mitgliedern. 1989 übernahm der langjährige Konzertmeister des Collegium Musicum, Hubert Heitz, den Taktstock.
In seiner heutigen Gestalt präsentiert sich das Collegium Musicum als studentisches Sinfonieorchester, das sich der Klassik, der Romantik und der klassischen Moderne widmet. In jedem Semester stellt das Orchester ein Konzertprogramm der Öffentlichkeit vor und ist inzwischen auch durch Uraufführungen hervorgetreten.
Aus der Rheinpfalz vom 17. Juli 2000 über "Das Fest":
"... Zunächst überwog jedoch die Freude über eine - wieder einmal - sehr gelungene Veranstaltung. Carmina Burana am Sonntagmorgen beim Klassikfrühstück darf getrost als eine der Sternstunden der 15-jährigen Festgeschichte bezeichnet werden. Was der Universitätschor Karlsruhe, der Kammerchor der Universität sowie der Kinderchor der Musikschule Ettlingen und das Collegium Musicum der Universität boten, sorgte bei den bis zu 20.000 Klassikfans für Momente schiren Glücks. ..."